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Wien – Je näher der Schulbeginn rückt, umso näher rückt das Asylthema auch an die Schulen heran. Das Bildungsministerium rechnet mit rund 5000 Flüchtlingskindern, die im Herbst im Rahmen der Schulpflicht, die auch für diese Kinder ungeachtet ihres jeweiligen Aufenthaltsstatus gilt, zu betreuen sein werden. Das entspricht weniger als einem Prozent aller Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, genau sind es 0,7 Prozent.

“Falsche, brandgefährliche Welle”

Und genau diese Relationen sollten in der ohnehin schon sehr aufgeheizten Stimmung nicht noch durch eine “emotionalisierte Debatte” verzerrt werden und aus dem Blickfeld verloren gehen, warnt der sozialdemokratische Lehrergewerkschafter Heinrich Himmer im STANDARD-Gespräch: “Da wird auf der falschesten Welle geritten. Das ist brandgefährlich.”

Der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) reagiert damit auf Pflichtschullehrergewerkschafter Paul Kimberger (Fraktion Christlicher Gewerkschafter, FCG), der am Mittwoch im Ö1-“Morgenjournal” davor gewarnt hat, dass die Situation ohne zusätzliche Pädagoginnen und Pädagogen – vor allem für Fremdsprachen – eine “scheinbar unlösbare Aufgabe” für die Schulen werde. Außerdem warf Christgewerkschafter Kimberger dem Unterrichtsministerium unter Ressortchefin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) vor, es reagiere viel zu spät und stelle außer einem Leitfaden nichts zur Verfügung.

Er, Himmer, verstehe und teile zwar das gewerkschaftliche Anliegen, die Lehrerinnen und Lehrer auch in dieser Situation zu unterstützen und nach mehr Personal zu rufen, aber der FSG-Vertreter pocht auch darauf, “dass in der Bevölkerung dadurch nicht der Eindruck erweckt wird, es bricht alles auseinander. Das tut es nämlich nicht.”

350 Flüchtlingskinder in Millionenstadt

Eine Millionenstadt wie Wien schaffe es, so Himmer, 350 Flüchtlingskinder bei 220.000 schulfplichtigen Kindern aufzunehmen und pädagogisch zu versorgen. In dieser Situation alte und auch berechtigte Rufe nach mehr Unterstützungspersonal zu wiederholen – aber diesmal eingebettet in den Flüchtlingskontext – sei “brandgefährlich und verlogen. Das hilft den Lehrerinnen und Lehrern nicht, wenn man ihnen sagt: Es sind zu viele Flüchtlingskinder da, wir schaffen das nicht”, kritisiert Himmer.

Mehr Schuldbudget nötig

Der Sozialdemokrat sieht die gesamte Bundesregierung gefordert, sagt aber auch: “Da hat sich niemand mit Ruhm bekleckert. Es ist klar, um 5000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler, egal, ob das jetzt Flüchtlinge sind oder andere Kinder, braucht man mehr Unterrichtspersonal. Da muss man das Schulbudget erhöhen.”

Dass mehr Kinder, zumal Flüchtlingskinder, auch mehr pädagogische Ressourcen erfordern, darauf hatten zuletzt im STANDARD bereits mehrere Landesschulratspräsidenten, rote wie schwarze, hingewiesen.

Im Moment gibt es aus dem Finanzministerium aber noch keine Signale, dass das Bildungsressort, dem das Wasser finanziell schon weiter als nur bis zum Hals steht, zusätzliche Mittel bekommen wird. (Lisa Nimmervoll, 27.8.2015)

 

Original-Artikel:

http://derstandard.at/2000021308765/

  • In Nordrhein-Westfalen erwägt man, angehenden Sprachlehrern keine Lateinkenntnisse mehr abzuverlangen.
  • Die Grundlagen, die Latein für moderne Fremdsprachen legt, werden überschätzt.
  • Das kulturelle Erbe der Antike ließe sich im Geschichtsunterricht besser vermitteln.
Kommentar von Roland Preuß

Tempora mutantur, et nos mutamur in illis – die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen. Das Latein hat viele Sinnsprüche zu bieten, dieser aber trifft in hübscher Ironie auf die Sprache selbst zu. Latein ist auf dem Rückzug, zumindest was die Universitäten angeht. Immer mehr Landesregierungen und Fakultäten kommen zu der Überzeugung, dass ein Studium auch ohne Latein seriös zu stemmen ist, so wie es sich derzeit in Nordrhein-Westfalen anbahnt. Dort erwägt man, angehenden Sprachlehrern keine Lateinkenntnisse mehr abzuverlangen. Dieser Trend wird nicht ohne Folgen an den Schulen bleiben.

Die Zahl der Schüler, die sich mit Ablativ und Deponentien befassen (müssen), ist zwar gestiegen. Das darf man aber nicht missdeuten als eine wachsende Popularität der Sprache. Es streben einfach mehr Schüler eines Jahrgangs das Abitur an und damit bleibt ihnen oft gar nichts anderes übrig als Latein zu lernen – es zählt vielerorts zum Pflichtprogramm.

Pro Lateinunterricht Warum Latein als Schulfach bleiben muss

Latein ist Basis vieler moderner Sprachen, ein Fenster zur Kultur. Auch wenn in manchen Bundesländern die Lateinpflicht für Lehramtsstudenten fällt, bleibt Latein für Schüler ein “Lernfach” im besten Wortsinne. Pro und Contra Latinum

Die gestiegene Zahl der Lateinschüler wirft umso dringender die Frage auf, ob der zentrale Stellenwert des Fachs noch zeitgemäß ist. In Bayern zum Beispiel muss man nicht nur im humanistischen Zweig Latein belegen, auch am musischen und an vielen naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasien kommt man spätestens ab der 6. Klasse nicht um das Fach herum.

Dabei ist Latein nicht nur ein Fach unter vielen, oft ist es das Fach, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. So zumindest erlebte es der Autor dieser Zeilen, dessen Mitschüler am Gymnasium in erster Linie anhand schlechter Lateinzensuren aus der Bahn zum Abitur geworfen wurden. Statistisch belegt ist das nicht, es existieren dazu keine offiziellen Zahlen. Dennoch ist die Frage erlaubt: Ist es das Wert?

Ja, sagen die Befürworter des Latein und führen eine Reihe von Gründen an. Schlagend sind diese jedoch nicht, wie ein näherer Blick auf die Argumente zeigt:

1. Latein ist unverzichtbar für bestimmte Studienfächer.

Das ist sicher richtig für Alte und Mittelalterliche Geschichte, für Theologie und einige andere Fächer. Wer sich wissenschaftlich mit lateinischen Texten auseinandersetzt, muss die Sprache beherrschen. Die nötigen Kenntnisse lassen sich allerdings auch während des Studiums nachholen, die Unis bieten eigene Kurse dazu an. Mitunter tut es schon ein Lehrgang über die nötigen lateinischen Fachbegriffe, etwa in der Medizin. Zudem ist Latein – siehe oben – an den Unis auf dem Rückzug.

2. Latein ist nötig, um Deutsch, aber auch um Fremdsprachen richtig zu lernen.

Im Umkehrschluss müsste man all jenen Schülern, die auf Latein verzichten, unterstellen, dass sie nie richtig Deutsch lernen können. Nach dieser Logik müssten die Schüler in Sachsen-Anhalt oder Thüringen in bundesweiten Leistungstests weit abfallen gegenüber ihren bayerischen Altersgenossen, weil im Osten deutlich weniger Jugendliche Latein lernen als im Süden. Das ist aber nicht der Fall.

Der Weg zu gutem Deutsch muss nicht über Latein führen, auch andere Fremdsprachen und sogar guter Deutschunterricht können behilflich sein. Ähnlich verhält es sich mit Fremdsprachen: Eine Studie von Ludwig Haag und Elsbeth Stern kam 2002 zu dem Ergebnis, dass Studenten mit Französischkenntnissen leichter Spanisch lernten als Studenten mit gleichwertigen Lateinkenntnissen. Latein wird überschätzt. Warum also nicht gleich die lebendige Sprache erlernen?

3. Latein ist unverzichtbar für eine umfassende Bildung.

Natürlich kann man fragen: Was bleibt den meisten vom Lateinunterricht außer ein paar Sinnsprüchen wie “Audaces fortuna adiuvat” (Den Tapferen hilft das Glück)? Und auch die sind nicht immer rasende Geistesblitze. Sicher, dies greift zu kurz. In der römischen (und griechischen) Antike wurzelt die westliche Kultur, sie brachte literarische, rhetorische und philosophische Meisterwerke hervor, die bis heute Gewicht haben. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass der Lateinunterricht diese Wurzeln auch vermittelt.

In den ersten Jahren ist dies schon vom Sprachniveau her unmöglich, sie vergehen zwangsläufig mit Grammatik- und Vokabelpauken. Der Unterricht wird stark durch Übersetzungstechnik bestimmt, es gibt bis zur Oberstufe kaum Gelegenheit, einen Cicero oder Catull-Text philosophisch und historisch zu durchdringen. Dieses antike Erbe lässt sich auch an anderer Stelle vermitteln, sei es im Fach Geschichte, sei es durch die Lektüre von Übersetzungen. Die Entscheidung darüber, wie viel Latein noch zeitgemäß ist, ist eine Entscheidung darüber, welche Bildung noch zeitgemäß ist.

Die Welt und der Bildungskanon haben sich geändert

Wer auf Latein beharrt, blockiert faktisch andere, neue Inhalte. Bessere Alternativen gibt es genug: Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Italienisch. Damit würde man dem Leben in der EU gerecht, in dem sich die Bürger millionenfach über Grenzen hinweg austauschen. Diese Sprachen öffnen zudem eigene, gewichtige literarische und philosophische Welten. Hat uns eine Isabel Allende in ihrem Roman “Geisterhaus” heute nicht mehr zu sagen als Caesar in “De bello Gallico”? Fällt ein Jean-Jacques Rousseau im Original tatsächlich ab gegenüber einem Tacitus?

Eine Reduzierung des Pflichtlatein in Schule und Universität hat nichts damit zu tun, Bildung nach dem Nutzwert auszurichten. Es hat damit zu tun, dass sich der Bildungskanon ändert mit der Welt da draußen vor der Schule. Das haben auch die Römer schon gewusst: Non scholae, sed vitae discimus, heißt es – Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.

Fakten zum Latinum Latein zwischen Blüte und Verfall

Nach Plänen der Regierung in Nordrhein-Westfalen soll der Nachweis des Latinums für alle Lehrer entfallen, seitdem tobt bundesweit ein Grundsatzstreit. Einige Fakten zur Rolle der alten Sprache in Schulen und Universitäten.

Die Homepage besuchen:

http://www.sueddeutsche.de/bildung/

War die Fünf ein Ausrutscher? Hat das Kind Lücken, die es allein nicht füllen kann? Braucht es Nachhilfe? Die meisten Eltern stehen irgendwann vor solchen Fragen. Wie Ihr Kind wieder gute Noten bekommt, erfahren Sie hier.

 

Wenn Ihr Kind Nachhilfe braucht …

Die wenigsten Kinder erfreut die Aussicht auf Nachhilfe. Für sie bedeutet sie zunächst nur eines: weniger Freizeit. Andererseits gibt es aber auch Kinder, die ihren Wunsch nach Unterstützung signalisieren. So können Sie die versteckte Botschaft entschlüsseln:

  • “Wundert euch nicht, wenn ich dieses Mal sitzen bleibe!” bedeutet: “Meine Versetzung ist gefährdet, und ich habe Angst, es alleine nicht zu schaffen. Ich brauche dringend gute Noten!”
  • “Ich hasse Bio!” bedeutet: “Da habe ich große Probleme.”
  • “Grammatik pauken ist vollkommen sinnlos!“ bedeutet: “Ich habe bereits alleine versucht,den Stoff nachzuholen – aber ohne Erfolg.”
  • “Der Maier ist ein Idiot!” bedeutet:”Ich verstehe die Erklärungen meines Lehrers nicht.”
  • So helfen Sie Ihrem Kind, die richtige Nachhilfe zu finden

Wenn Sie und Ihr Kind sich für Nachhilfe entschieden haben, werden Sie auf zahlreiche Angebote stoßen. Die Frage ist, wer hilft Ihrem Kind am besten, wieder gute Noten zu schreiben: der Überflieger aus der gleichen Jahrgangsstufe, die Experten der Nachhilfe-Institute oder der pensionierte Lehrer?

 

Diese Checkliste hilft bei der Entscheidung:

  • Die “Chemie” zwischen Schüler und Lehrer muss stimmen. Vereinbaren Sie deshalb eine Probestunde. Für Schüler ab Klasse 8 eignen sich Oberstufenschüler und Studenten: Sie haben das Wissen, zählen aber für die Jugendlichen noch nicht zu jenen Erwachsenen, mit denen sie am liebsten nichts zu tun haben wollen.
  • Nachhilfelehrer brauchen pädagogisches Geschick. Schüler, die viel nachzuholen haben, sind verunsichert, nicht selten richtig blockiert. Damit Nachhilfe gelingen kann, muss erst einmal Vertrauen aufgebaut werden. Erst dann schöpft das Kind wieder Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten, traut sich nachzufragen oder Wissenslücken zuzugeben und wird so bereit, neuen Stoff aufzunehmen.
  • Nachhilfe ist keine Hausaufgabenbetreuung. Sie sollte deshalb nur in Ausnahmefällen geschehen. Kreisen Sie mit Hilfe des Fachlehrers die Probleme genau ein: Welche Stoffgebiete werden nicht beherrscht? Welche Vorkenntnisse fehlen? Was kann und muss sich Ihr Kind selbst erarbeiten (zum Beispiel Vokabeln), wo braucht es Unterstützung? Im Idealfall ist der Nachhilfelehrer bei diesem Gespräch dabei. So weiß er genau, worum es geht, und kann die Lernmethoden mit dem Fachlehrer abstimmen.
  • Klotzen, nicht kleckern! Erfolgreich ist eine Art Nachhilfekur, etwa acht Wochen täglich zwei Stunden. Auf diese Weise lassen sich Lücken schnell füllen und – ganz wichtig! – der Schüler wird bald zurück in die Selbständigkeit entlassen. Nachhilfe als Dauereinrichtung empfiehlt sich nur in einem Fall: Das Kind hat in einem Fach eine Begabungsschwäche, ist sonst aber einwandfrei für die Schulart geeignet.
  • Noch ein paar Tipps in Sachen Nachhilfe:

Gut zu wissen: Eltern eignen sich nicht als Nachhilfelehrer. Ihnen mangelt es an Zeit, an gefühlsmäßiger Distanz, manchmal am Wissen und fast immer an der Kenntnis der aktuellen Unterrichtsmethoden.

Wichtiger Hinweis: Nachhilfe ist keine Lerntherapie. Bei Kindern mit einer Teilleistungsstörung, wie einer Lese-, Schreiboder Rechenschwäche oder auch bei einer Aufmerksamkeitsstörung wird sie keine echten Verbesserungen bringen.

Die Entwarnung: Wenn gute Noten erst einmal ausbleiben, muss das besprochen werden – aber es ist nicht automatisch ein Hinweis darauf, dass sich ein Kind nicht aus eigener Kraft verbessern könnte. Nur dann ist Nachhilfe richtig und wichtig!

 

Erstmals veröffentlicht:

http://www.eltern.de/schulkind/weiterfuehrende-schule/nachhilfe-unterricht.html

 

Wie Sie das Zwischenzeugnis nutzen können:

 

Nichts beruhigt Eltern von Schulkindern so sehr wie gute Noten. Und kaum etwas bestimmt mehr über den Schulerfolg als eine gute Beziehung zwischen Lehrer, Schüler und Eltern. Warum also nicht beim nächsten Elternsprechtag mit dem Teamworken beginnen? Die Strategien sind dabei je nach Zeugnistyp verschieden. Read the rest of this entry »

Einfach nur in der Kita oder Schule lernen und spielen: Das war gestern. Denn immer mehr Kinder essen auch dort. Klar ist: Das, was bei den Kids und Jugendlichen auf dem Teller landet, soll in erster Linie mal schmecken. Ob die Schulmahlzeit in der Kantine aber auch ausgewogen und gesund ist, können Eltern zum Beispiel am RAL GÜTEZEICHEN “Kompetent richtig Essen” erkennen. Denn das bekommt nur, wer sich an strenge Auflagen hält und bestimmte Kriterien erfüllt. Mehr dazu verrät uns jetzt die RALExpertin für Ernährungskompetenz Nadine Balzani. Read the rest of this entry »